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2. Landesjugendvergleichsfliegen 2002 in Zwickau ![]() Zwickau 2002: Glück auf, ihr Buben! Zugegeben, „Glück auf“ als Grußparole hört man unter Segelfliegern eher selten. Und so einigermaßen verstört, guckten denn auch die Nachwuchspiloten des 2. Sächsischen Landesjugendvergleichsfliegens über die Flugwiese in Zwickau. Dass der Stadt Ende des 15. Jh. der Silberbergbau und Mitte des 19. Jh. die Steinkohleförderung ehemals zu Reichtum und Wohlstand verhalfen, wissen eben doch meist nur die Einheimischen. Und erst so gesehen, schien der Bergmannsgruß doch recht angemessen.Zwanzig Juniorpiloten aus sechs sächsischen Vereinen und fast noch einmal so viele Helfer und Fluglehrer waren der Einladung zum Landesjugendvergleichsfliegen (LJVF) gefolgt. Wie im Vorjahr konnte der Aeroclub Zwickau um Joachim Lenk und Swen Schlobach als Ausrichter gewonnen werden und, um es gleich vorweg zu nehmen, LJVF-Organisator Detlev Doberschütz möchte auch 2003 darauf zurückkommen. Nicht zuletzt, weil die Unterbringungsmöglichkeiten am Platz sowie die Versorgung durch die hiesige Fliegerklause nahezu ideal sind. Bis zum Abendbrot am Freitag waren alle Teilnehmer angereist und die Wettkampfflugzeuge vom Typ „Pirat“ sämtlichst aufgerüstet. Es folgte noch das Eröffnungsbriefing mit einer Einweisung in die Zwickauer Flugplatzörtlichkeiten und dann, am Samstag, konnte es richtig losgehen. Nach Auslosung der Startreihenfolge und den obligatorischen, doppelsitzigen Überprüfungsflügen kam es im ersten Wertungsflug gemäß der Ausschreibung des Bundesjugendvergleichsfliegens auf einen sauberen Start, den exakten Kreiswechsel, einen effektiven Seitengleitflug (Slip) und die Ziellandung an. Jeweils drei Fluglehrer bewerteten einen Flug und ahndeten Fehler in der korrekten Ausführung mit Strafpunkten. Bis 11 Uhr vormittags bei schönstem Sonnenschein, dann streikte die Winde. Ein geplatzter Hydraulikschlauch verordnete die Zwangspause. An eine schnelle Reparatur auf der Wiese war nicht zu denken. Die Auerbacher halfen aber aus der Patsche: Sie spannten einen schweren Anhänger hinter ihren Kleintransporter und machten sich auf, bis 14 Uhr die Winde vom Nachbarflugplatz heranzuschaffen. Das Drei-Stunden-Loch wurde mit einem Theorietest gefüllt, zehn Fragen aus dem PPL-C-Fragenkatalog waren zu beantworten. Und hier trennte sich schon die Spreu vom Weizen: Null Fehler gab es gar nicht, dafür einmal neun. Meist wurden vier und mehr falsche Antworten gegeben. Am ehesten wussten die Wettkämpfer noch, dass die Polarkreise 23,5 Grad von den Erdpolen ernfert liegen und die arktische/antarktische Zone von der subpolaren trennen. Aber gerade mal noch drei von ihnen war klar, dass an den Fahrtmesser im Segelflugzeug Gesamtdruck und statischer Druck angeklemmt werden müssen, damit die Geschwindigkeitsanzeige funktioniert. Wer sein Theoriewissen aufgefrischt hatte, war also im Vorteil. Zu 50 Prozent flossen die Theorie(straf)punkte schließlich in die spätere Gesamtwertung ein. Um 14 Uhr stand dann nicht nur eine zweite Winde auf dem Hof, sondern auch die Zwickauer Techniker hatten ihre Winde bis dahin repariert. Es ging mit dem Flugbetrieb weiter, störungsfrei. Gegen 17.30 Uhr war der erste Durchgang endlich im Kasten. Wie eine Zwischenwertung am Samstagabend zeigte, hatten Slip und Ziellandung die größten Schwierigkeiten bereitet und daran sollte sich auch im zweiten Wertungsflug nichts ändern. Zusätzlich erschwerte am Sonntag eine schwache Kaltfront mit teils mäßigen Rückenwindböen die Landeeinteilung und machte besonders bei den höheren Startnummern die Ziellandung zum Glücksspiel. Statt eines Kreiswechsels stand im zweiten und letzen Flug eine hochgezogene Fahrtkurve mit Überleiten in den stationären Kreisflug auf dem Programm, was aber allgemein gut gelöst wurde. Mangels Zeit kam ein dritter Wertungsflug nicht mehr zu Stande. Sonntag, 13 Uhr: Siegerehrung. Lucas Günther von den Rothenburger Luftsportvereinen (Fluggymnasium) heißt der Sieger des Sächsischen Landesjugendvergleichsfliegens 2002. Mit einem halben Strafpunkt weniger verwies er den Auerbacher Torsten Müller auf Platz zwei vor Jörg Schreiber aus Großrückerswalde. Die drei haben sich damit für das Bundesjugendvergleichsfliegen Ende September in Laucha qualifiziert. Da Lucas Günther aber für ein Jahr nach Amerika wechselt, wird Phillip Hadrava (Auerbach) mit nach Laucha fahren. Nachrücker ist Karl Hoppe vom Aero Team Klix. (MiS) Einzelwertung
Vereinswertung
Aufrüsten der Piraten, hieß die erste Aufgabe nach dem Frühstück, bevor beim Feldbriefing noch einmal der Ablauf des Samstages besprochen wird. Die Helfer aus Großrückerswalde kümmern sich derweil um die entscheidende Landelinie. ![]()
![]() Vor dem ersten Wertungsflug müssen die Jungpiloten zur Einweisung und Überprüfung in die Doppelsitzer. (Fotos: MiS)
Abschreiben half im Theorietest nicht viel, wusste der Nachbar meist doch genauso wenig. Vier von zehn Fragen beantworteten die zwanzig Wettkämpfer im Durchschnitt falsch. Eine Theorieauffrischung ab und zu lohnt sich offenbar. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Windenstart, Seitengleitflug und Ziellandung wurden von jeweils drei Fluglehrern gleichzeitig bewertet. Am Sonntag unterschätzten viele den Bodeneffekt durch den auffrischenden Wind. Lange Landungen waren die Folge. (Fotos: MiS) ![]()
![]() Schon 1904 begründete August Horch die Automobilbautradition in Zwickau. Bekanntestes Produkt dürfte später der "Trabant P 601" aus der Sachsenring-Produktion gewesen sein. Volksfeststimmung erleben wir auf dem Flugplatz, da hier zeitgleich das 9. Internationale Trabi-Treffen steigt. Um das Abendprogramm müssen wir uns also kein bisschen sorgen. ![]() ![]() ![]() Am Sonntag ist noch einmal Flugbetrieb für die zweiten Wertungsflüge. Mittag dann stehen die Sieger fest: Lucas Günther (Rothenburg, rechts) vor Torsten Müller (Auerbach, mitte) vor Jörg Schreiber (Großrückerswalde). (Fotos: Michael Schneider) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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